Impressionen der 6. Hamburger Mahnwache von Mandy

Mahnwache am 05. Mai 2014

Vor vielen Monaten habe ich begonnen meine alltäglichen Informationsquellen wie private Sender, öffentlich-rechtliche Sender oder Zeitschriften wie Stern oder Spiegel zu Hinterfragen.
Zu seltsam, zu widersprüchlich und zu oberflächlich erschienen mir viele Informationen.

Also begann ich mich auch jenseits der Mainstream-Medien zu informieren.

Nachdem der Spiegel eine Meldung veröffentlicht hatte, in der es hieß „Ukraine-Russland-Konflikt: Kiew spricht von drittem Weltkrieg – SPIEGEL ONLINE“ wurde mir Angst und Bange. Meine Freundin erzählte mir von der Mahnwache für den Frieden. Und so beschloss ich in der letzten Woche, trotz aller Unkenrufe zur Mahnwache, mir selbst ein Bild von der Veranstaltung zu machen.

Heute bin ich zum 2. Mal dabei. Was ich letzte Woche und auch heute hier gesehen habe sind Menschen, die, egal welche Ansichten, Meinungen, Vorlieben, Religion oder Herkunft sie haben, doch eines verbindet: Der Wunsch nach Frieden.

Ich bin begeistert und sehr gerührt von den unterschiedlichen Beiträgen. Die Menschen stehen auf und haben den Mut ihre persönlichen Anliegen nach außen zu tragen. Mit zitternder Stimme erzählt eine junge Frau von Ihrer bevorstehenden Hochzeit, zu der ihr Cousin aus Russland nicht nach Deutschland reisen darf, weil er für das russische Militär tätig ist.
Ich sehe Menschen, die Anteil nehmen mit den Opfern des Massakers in Odessa und ihr Mitgefühl in einer Schweigeminute zum Ausdruck bringen.
Ich sehe Menschen, die sich mit Freude für ein Herz-Foto zusammen stellen.
Ich sehe eine Mutter von zwei Söhnen, die ein wunderbares Gedicht vorträgt, in dem es darum geht, dass ein wahrer Held mit Liebe & Worten kämpft, anstelle eines Schwertes.
Ich sehe Menschen, die Respekt und Mitgefühl zeigen.
Ich sehe eine Dame, die eine Rede zum Thema Waffenhandel vorträgt.
Eine Schülerin wünscht sich wieder Spaß in der Schule zu haben und zu lernen, die Dinge zu hinterfragen, anstatt einfach unreflektiert hinzunehmen.
Von Gemeinsamkeit ist die Rede wenn eine Frau sagt, sie wünscht sich, dass die Menschen wieder zusammen kommen. Gemeinsam Märchen erzählen, gemeinsam kochen und basteln, gemeinsam reparieren und tanzen und gemeinsam Musik machen.

Ich sehe viele, viele friedliche und freundliche Menschen, ob groß, klein, jung oder alt – sie alle sprechen von Liebe, Respekt, Freiheit und Frieden aber auch von Angst.

Und meine Angst hat mich dazu bewogen aufzustehen, mir ein eigenes Bild zu machen. Denn was kann ich schon alleine unternehmen?
Und deshalb bin ich heute wieder hier! Denn GEMEINSAM können wir etwas erreichen. Wir können aufstehen, unbequeme Fragen stellen aber vor allem können wir verdeutlichen, dass wir Frieden wollen.
In Europa und auf der Welt.

Ich freue mich ein Teil dieser friedlichen Demonstration für den Frieden zu sein und wenn ich einmal alt bin kann ich meinen Enkeln sagen: „Damals, 2014, bin ich aufgestanden und habe etwas versucht, ich habe etwas für den Frieden getan.“

Ich werde auch nächsten Montag wieder dort sein um mein Gesicht für eine friedliche Welt zu zeigen!

Bis dann – ich hoffe auch dich dort am Montag anzutreffen.

Die Mutter an ihren Sohn

Nimm nicht das Schwert, denn heilig ist das Leben,
wer es zerstört, missbraucht des Schöpfers Wort.
Die Waffe kann Dir keine Ehre geben,
des Menschen Würde wurzelt nicht im Mord.

Du bist kein Held, wenn Du zerstörst, vernichtest
wenn du Befehlen folgst, die schändlich sind.
Du bist kein Held, wenn Du die Bombe richtest,
in feigen Abwurf gegen Frau und Kind.

Du bist kein Held, wenn Du den Brand entzündest,
und Deinen Arm zu Flammenwürfen reckst.
Du bist kein Held, wenn Du die Erde schindest,
durch Panzertrecks, damit kein Halm mehr wächst.

Du bist kein Held, selbst wenn der höchste Orden
Dich heuchlerisch in kaltem Glanze schmückt.
Du bist die Sünde in Person geworden,
dem Bilde Gottes meilenweit entrückt.

Doch dann bist Du ein Held, wenn Du erregend
Dein Nein zum Krieg in alle Winde schreist,
dass Du orkanhaft über Grenzen fegend
des Hasses alte Mauern niederreißt!

Ein Held bist Du, wenn Du trotz Spott und Höhnen
der Kraft des eigenen Gewissens traust.
Ein Held bist Du, wenn Du der Menschheit Sehnen
nach Völkerfrieden eine Brücke baust!

Ein Held bist du, wenn Du den Frieden kündest,
der Geist und Gut in jedem Volke ehrt.
Ein Held bist Du, wenn Du Dich überwindest,
ein Mensch zu sein – mein Sohn, nimm nicht das Schwert.

Unbekannt