Über hunderttausend Belgier sagten am 6. November „Stopp!“ zu Rente ab 67, Einfrierung der Löhne und Sozialabbau. Zwei Stunden lang legte ein gewaltiger friedlicher Demonstrationszug die Innenstadt von Brüssel lahm. Dann eskalierte die Situation. Angeblich haben Hafenarbeiter aus Antwerpen die Polizei mit Steinen beworfen, es kam zu Randale und Prügeleien, die Polizei setzte massiv Tränengas ein.

Die Regierung machte erste Angebote, die von den Gewerkschaften jedoch als unzumutbar bezeichnet werden. Für den 15. Dezember wird ein belgischer Generalstreik angekündigt.

Bereits am 24. Oktober hat in Italien ein 8-stündiger Generalstreik stattgefunden.

In Frankreich kam es vor wenigen Tagen zu mehreren gewaltsamen Ausschreitungen bei Demonstrationen gegen Polizeigewalt.

Nur bei uns hält sich die Sympathie für die Aufstände der GdL in Grenzen, dank fleißiger Abwertungskampagnen in den Medien.

Dabei ist nie die Rede davon, dass immer mehr Menschen jenseits irgendeiner gewerkschaftlichen Interessenvertretung ausgebeutet werden. Man stelle sich einmal vor, was passieren würde, wenn alle „selbständigen“ Dienstleister und Zeitarbeiter Deutschlands in den Generalstreik treten würden.

Fakt ist, um uns herum knistert es gewaltig. Wo geht diese Entwicklung hin? Mehr Menschlichkeit und soziale Gerechtigkeit in Europa oder ein gesamt-europäischer Polizeistaat?

Unsere Solidarität gilt allen Menschen, die sich in Europa für ihre Grundrechte einsetzen.