Die Meinungszensur der Medien geht weiter

Christian Neef ist als Spiegel-Autor verantwortlich für viele russlandkritische Beiträge des Magazins. Er war z.B. Mitautor des Leitartikels in der Spiegel-Ausgabe mit dem Titel „STOPPT PUTIN JETZT!“, wo ohne Beweise Putin die Schuld für den Abschuss der MH17 zugeschrieben wurde. Neef soll auch den Begriff „Putinversteher“ 2011 erstmals verwendet haben. Wegen der massiven Kritik an solchen einseitigen Artikeln schlägt er nun in einem Beitrag in der Zeitschrift „medium“ vor die Kommentarfunktionen online zu schließen. Ähnliche Gedanken macht sich in einem Interview mit dem „medium“ auch der Mitherausgeber der FAZ Günther Nonnenmacher, der die Einführung gebührenpflichtiger Kommentare erwägt. Erwähnenswert ist auch, dass Nonnenmacher Kritik an der Ukraine-Berichterstattung als „eine konzertierte Aktion“ darstellt. Wie sind solche Aussagen zu verstehen? Spielt man auch bei der FAZ die Kritik von besorgten Lesern als Shitstorm von Putin-Trollen herunter?

Was die Meinungszensur angeht ist die Süddeutsche Zeitung schon weiter als der Spiegel und die FAZ. Dort sind neuerdings Leser-Kommentare nur noch zu zwei bis drei von der Redaktion ausgewählte Themen pro Tag möglich. Laut dem Außenpolitikchef Stefan Kornelius soll der Internetauftritt „kein Abladeplatz für Troll-gesteuerte Propaganda-Ware“ sein. Sind da nicht Parallelen zu der Aussage von Nonnenmacher zu sehen?

Wir finden: Anstatt sich gegen Leserkritik abzuschotten, sollten die Medien die Kritik der Leser ernst nehmen. Dialog statt Konfrontation und Ausgrenzung sollte grundsätzlich die Haltung für ein friedliches Miteinander sein.

Als weiterführenden Artikel zu dem Thema empfehlen wir den Telepolis-Artikel „Leserkommentare abschalten?“.