Eine Veranstaltung im Friedenswinter 2014/2015

Brzeziński, der Chefstratege des Pentagons, schreibt in seinem Buch «Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie der Vorherrschaft», Eurasien sei für Amerika der „geopolitische Hauptpreis“. Damit eint er die Vormachtstellung der USA besonders in der „zentraleurasischen Region“. Es sei von vitalem Interesse für die globale Dominanz der einzigen verbliebenen Supermacht, dass in dieser Region mit Ländern wie Irak, Saudi-Arabien, Türkei, Iran, Syrien, Afghanistan, Jemen, Pakistan, einer kleinen Ecke des Schwarzen Meeres, Turkmenistan, Kasachstan, dem Kaspischen Meer, der Krim und einer
Handvoll kleiner Länder, darunter zum Beispiel auch der chinesischen Provinz Xinjiang, kein starker Gegenspieler um die Vorherrschaft entstehe. Die logische Konsequenz ist ein Konzept der Zerschlagung der größeren Staaten und ihre Aufsplitterung in kleinere schwache, gegeneinander ausspielbare Gebilde.

Brzeziński bei einem pakistanischen Außenposten nahe der afghanischen Grenze im Jahre 1980

Brzeziński bei einem pakistanischen Außenposten nahe der afghanischen Grenze im Jahre 1980

Was hat dieser Plan mit dem „Islamischen Staat” zu tun? Zufälligerweise ist die vom Islamischen Staat zum Kalifat ausgerufene Region mit Brzezińskis „Zentraleurasischer Region“ zum großen Teil deckungsgleich (wenn man von der ebenfalls geplanten Ausdehnung des IS nach Nordafrika absieht).

In der Kontinuität dieser Pläne stellte die damalige US-Außenministerin Condoleezza Rice im Juni 2006 den Begriff „neuer Naher Osten“ vor. Sie sagte während einer Pressekonferenz, „was wir hier sehen [die Zerstörung Libanons und die israelischen Angriffe auf Libanon], sind in gewisser Weise die Geburtswehen eines neuen Nahen Ostens, und was immer wir [die USA] tun, wir müssen sicher sein, dass wir auf einen neuen Nahen Osten hinarbeiten und nicht zum alten zurückkehren.“

Erinnern wir uns an die Kriege im Irak und in Afghanistan. Sie wurden unter Vortäuschung falscher Tatsachen geführt. Und auch in Syrien haben die USA ihre Finger maßgeblich im Spiel. Libyen, ein Land, das laut einem UN-Bericht vor dem Krieg zu den am höchsten entwickelten und wohlhabendsten Ländern Afrikas gehörte, haben sie gründlich zerstört, sodass auch dort eine kräftig wuchernde Keimzelle für Chaos und Terror entstand.

Die USA und ihre Verbündeten haben das Chaos angerichtet, nur um jetzt unter dem Vorwand humanitärer Hilfe noch größere Zerstörungen und noch mehr Chaos einzuleiten. Um dies alles zu beleuchten, den gleichgeschalteten Massenmedien zu trotzen und eine objektive Analyse u.a. über die aktuelle Lage in Syrien und in Kobane zu bekommen, haben wir Joachim Guillard eingeladen.

Unser Referent Joachim Guilliard ist Mathematiker, Journalist, Mitherausgeber verschiedener Bücher zum Nahen und Mittleren Osten und Sprecher des Heidelberger Forums gegen Militarismus und Krieg.

ERÖFFNUNG: Solidaritätsadresse zu Kobane
DATUM: 5. Dezember 2014 um 19.00 Uhr
ORT: Museum für Völkerkunde, Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg
MODERATION: Robin Güldenpfenning, Christian Wächter
VERANSTALTER: attac Hamburg, Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung e.V., Mahnwache Hamburg, Marxistische Abendschule MASCH e.V.

Veranstaltungs-Flyer als PDF