Immer wieder lesen wir Artikelurn-newsml-dpa-com-20090101-131122-99-01306-large-4-3[1] darüber, wie gut die Europäische Zentralbank (EZB) doch ihren Job macht und die Inflationsrate – ganz nach ihrem Auftrag – um die 2 % hält. Zuerst einmal, was bedeutet Inflation? Inflation ist die Preissteigerung die das Statistische Bundesamt nach dem Warenkorb berechnet. Dieser Warenkorb vergleicht die Ausgaben eines Normalbürgers für Dienstleistungen, Gesundheit, Nahrungsmittel, Energie usw. mit der Vorperiode und berechnet daraus die Preisentwicklung. Diese Berechnung ermöglicht viele statistische Tricksereien. Man kann sich z.B. fragen: Wer entspricht schon immer genau diesem Normalbürger, wie wird was gewichtet und wie wird technischer Fortschritt behandelt? Hier hat die Politik also allerhand Gestaltungsspielraum um die tatsächliche Inflation zu kaschieren. Das die offizielle Inflationsrate von der tatsächlichen Preissteigerung abweicht, ist für die meisten sehr wohl spürbar, vor allem seit der Euroeinführung.

Wenn man sich etwas mit Geldpolitik beschäftigt, kommt man schnell zu dem Schluss, dass die Wirtschaftsleistung immer der Geldmenge entsprechen muss. Wenn aber die Geldmenge mehr als die Wirtschaft wächst, kommt es zur Inflation. Wenn man diesen Sachverhalt verinnerlicht hat, ergibt sich folgende einfache Berechnungsformel für die Inflation:

Geldmengenwachstum M3 – Wirtschaftswachstum = Inflation

Natürlich lassen auch diese Zahlen Raum für Interpretationen. Sieht man sich aber die Inflation nach dieser Berechnung an, entspricht das schon eher der gefühlten Inflation. Demnach ergibt sich eine Preissteigerung von 78,5 % seit 2001 bis Ende 2012 (eigene Berechnung auf Basis von Zahlen der EZB).

Wir werden nun immer in dem Irrglauben gelassen, dass eine Inflation ganz selbstverständlich sei. Bei genauerem Hinschauen ist Inflation aber durch unser staatlich installiertes Fiat-Geldsystem verursacht, also durch die Geldschöpfung anhand eines Buchungssatzes bei jeder Kreditvergabe einer Bank. Oder anders gesagt: Das Geld wird mit einer Luftbuchung erzeugt. Dies wurde erst durch die fleißige Lobbyarbeit der Banken und Durchsetzung durch das staatliche Gewaltmonopol ermöglicht. Ansonsten könnte ja jeder sein eigenes Geld drucken und in Umlauf bringen. Das kann eine Bank aber erst nachdem sie mit viel Geld und hohem bürokratischen Aufwand eine Banklizenz vom Staat erhalten hat. Des Weiteren wird mit der zentralen Steuerung des Zinssatzes (Mindestreservesatz) durch die EZB (auch durch den Staat eingerichtet) der Marktmechanismus für das Geld, mit seinem Preisindikator dem Zins, gestört, wodurch es zu Fehlinvestitionen, Inflationen (und dadurch zu einer Umverteilung von arm zu reich und fleißig zu faul) und folglich auch zu Spekulationsblasen und Finanzkrisen führt. Wenn die EZB nun monatlich 60 Milliarden Euro an Staatsanleihen und andere Wertpapiere aus den Euroländern aufkaufen will, werden sich die Probleme noch schneller drastisch zuspitzen. So hat Ludwig von Mieses schon vor knapp 100 Jahren erklärt: „Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur ob die Krise früher durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems kommen soll.“

Als Lösung für diese Probleme fordern die Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie die Abschaffung des staatlichen Geldmonopols. Zusätzlich müsste den Menschen freigestellt werden, mit welchem Geld sie bezahlen möchten, also die Abschaffung des Euros als gesetzliches Zahlungsmittel. So würde sich die wertbeständigste Währung durchsetzen.

Für einen Überblick über das aktuelle Fiat-Geldsystem wird dieser Artikel empfohlen.

Für die Theorien der Österreichischen Schule am Beispiel der US-Immobilienkrise ab 2006, die auch Auslöser für die Krise im Euroraum war, wird dieser Artikel empfohlen.

 Autor: Jens